
CDU Lübeck würdigt die Bedeutung des Handwerks und sieht im Trave-Campus ein starkes Signal für berufliche Bildung und Fachkräftesicherung
Anlässlich des diesjährigen Tages des Handwerks am kommenden Samstag würdigt Jens Zimmermann, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Lübeck und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft, die Bedeutung des Handwerks für Lübeck und Schleswig-Holstein.
„Handwerk hält unser Land am Laufen. Gebaut, repariert, installiert, modernisiert und produziert wird nicht irgendwo, sondern ganz konkret vor Ort. Dahinter stehen Menschen mit Können, Verantwortung und Unternehmergeist. Dafür verdienen unsere Handwerkerinnen und Handwerker Anerkennung – und gute politische Rahmenbedingungen“, erklärt Zimmermann.
Der CDU-Kommunalpolitiker hat dabei einen persönlichen Bezug zum Handwerk: Er selbst absolvierte vor gut 33 Jahren eine handwerkliche Ausbildung und ist dem Handwerk aktuell als Projektleiter in einem Lübecker Traditionsunternehmen weiterhin beruflich verbunden.
„Ich kenne das Handwerk nicht nur aus politischen Gesprächen, sondern aus eigener Erfahrung. Meine handwerkliche Ausbildung war für mich ein solides Fundament für meinen gesamten beruflichen Weg. Deshalb weiß ich auch: Eine gute Ausbildung kann der Startpunkt für eine lange und erfolgreiche Karriere sein.“
Ausbildung als Schlüssel zur Fachkräftesicherung
Gerade angesichts des Fachkräftebedarfs komme der beruflichen Ausbildung eine zentrale Bedeutung zu. Das Handwerk biete jungen Menschen vielfältige Karrierewege – vom Gesellenbrief über Meister und Techniker bis hin zur eigenen Unternehmensgründung.
Die aktuellen Ausbildungszahlen seien dabei ein ermutigendes Signal: Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wurden im Kammerbezirk Lübeck bereits mehr als 1.100 neue Lehrverträge für das Ausbildungsjahr 2026 registriert.
„Wir sollten jungen Menschen viel selbstbewusster sagen: Eine handwerkliche Ausbildung ist kein Plan B. Sie ist ein hervorragender Plan A. Wer heute einen Handwerksberuf erlernt, entscheidet sich für einen Beruf mit Perspektive, Entwicklungsmöglichkeiten und echter gesellschaftlicher Bedeutung.“
Trave-Campus: „Ein Leuchtturm für Lübeck“
Besonders positiv bewertet Zimmermann die aktuelle Entwicklung des Trave-Campus der Handwerkskammer Lübeck. Nach dem jüngsten Finanzierungsbeschluss der Vollversammlung steht das Projekt vor einer entscheidenden Phase; im Herbst soll der offizielle Spatenstich erfolgen.
Im Süden Lübecks entsteht damit ein modernes Zentrum der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Geplant sind rund 16.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und 22 Ausbildungswerkstätten. Ausbildung, überbetriebliche Lehrlingsunterweisung sowie Fort- und Weiterbildung sollen an einem modernen Standort gebündelt werden.
„Der Trave-Campus ist weit mehr als ein Bauprojekt der Handwerkskammer. Er ist eine Investition in die Fachkräfte von morgen und damit in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Lübeck bekommt hier die Chance, zu einem echten Leuchtturm der beruflichen Bildung in Schleswig-Holstein zu werden. Diese Chance sollten wir nutzen.“
Bund und Land unterstützen das Vorhaben mit erheblichen Fördermitteln. Insgesamt sind 116 Millionen Euro Fördermittel vorgesehen; die Handwerkskammer trägt einen weiteren erheblichen Anteil.
Für Zimmermann ist entscheidend, dass mit dem Campus nicht nur moderne Gebäude entstehen, sondern auch die gesellschaftliche Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung stärker sichtbar wird.
Handwerk stärken heißt Betriebe stärken
Gleichzeitig müssten die bestehenden Herausforderungen ernst genommen werden. Fachkräftemangel, hohe Kosten, Bürokratie und die wirtschaftlich angespannte Lage belasteten viele Betriebe. Gerade kleinere und mittlere Handwerksunternehmen seien dabei häufig Ausbildungsbetrieb, Arbeitgeber und wichtiger Bestandteil ihrer lokalen Gemeinschaft zugleich.
„Wir können nicht ständig mehr Fachkräfte fordern und gleichzeitig den Betrieben immer neue Steine in den Weg legen. Wer ausbildet, investiert und Arbeitsplätze schafft, braucht Verlässlichkeit statt zusätzlicher Bürokratie. Gute Rahmenbedingungen für das Handwerk sind deshalb aktive Wirtschaftspolitik.“
Auch die überbetriebliche Ausbildung müsse langfristig gesichert werden. Sie stelle sicher, dass Auszubildende unabhängig von der Größe und Spezialisierung ihres Ausbildungsbetriebes ein solides und einheitliches Praxiswissen erwerben. Gerade für die Fachkräftesicherung sei dies unverzichtbar.
Zimmermann sieht deshalb Handlungsbedarf auf allen politischen Ebenen – vom Bund über das Land bis zur kommunalen Ebene.
Für Lübeck gehe es darum, den Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln, berufliche Bildung sichtbar zu machen und gemeinsam mit Handwerkskammer, Innungen, Schulen und Betrieben gute Perspektiven für junge Menschen zu schaffen.
„Der Tag des Handwerks sollte deshalb mehr sein als ein jährlicher Dankeschön-Termin. Er sollte uns daran erinnern, welchen Wert Können, Leistung und berufliche Bildung für unsere Gesellschaft haben. Das Handwerk hat Zukunft. Und mit dem Trave-Campus haben wir in Lübeck gerade die Chance, dieser Zukunft ein starkes Fundament zu geben.“

