CDU weist Antrag zu Vorgaben bei Festumzügen zurück

In der jüngsten Sitzung der Bürgerschaft hat der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Jens Zimmermann den Antrag von Linke und GAL zu zusätzlichen Vorgaben bei Volksfesten und Umzügen deutlich kritisiert. Der jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion machte klar: „Diese Vorlage geht komplett am Kern der tatsächlichen Herausforderungen unserer Stadt vorbei.“

Zimmermann verwies in seiner Rede auf die drängenden Themen in Lübeck: gesperrte Brücken, sanierungsbedürftige Straßen, Wohnraummangel, sichere Schulwege sowie den Investitionsbedarf bei Schulen und Sportstätten. Zudem müsse auch die Jugendmitbestimmung endlich konsequent umgesetzt werden. „Und womit beschäftigen sich Linke und GAL? Mit Konfetti und Kamellen“, so Zimmermann. Angesichts der realen Herausforderungen sei dies ein falsches politisches Signal. Als langjährig ehrenamtlich Engagierter – unter anderem über 16 Jahre als Präsident einer Lübecker Karnevalsgesellschaft mit umfangreicher Jugendarbeit im Stadtteil Kücknitz- Rangenberg – stellte Zimmermann die Perspektive der Vereine in den Mittelpunkt.

Die Veranstalter von Volksfesten und Umzügen seien keine „Umweltzerstörer“, sondern engagierte Bürgerinnen und Bürger, die viel Freizeit, Kraft und häufig auch eigenes Geld investierten, um Gemeinschaft in der Stadt zu ermöglichen. „Was sie stattdessen bekommen, sind neue Vorschriften, Misstrauen und Belehrungen“, kritisierte Zimmermann.
Dass bei großen Veranstaltungen Müll entstehe, sei selbstverständlich – genauso selbstverständlich sei jedoch auch die Reinigung im Anschluss. Beispiele aus anderen Städten zeigten, dass dies funktioniere, ohne daraus eine Grundsatzdebatte zu machen.

Volksfeste seien Ausdruck von Lebensfreude, Kultur und gelebter Gemeinschaft. Menschen aller Generationen und sozialen Hintergründe kämen zusammen. Kinder, Familien, Senioren – sie alle profitierten vom gemeinsamen Erlebnis. „Das ist gelebte Integration und gelebtes Miteinander – und für unsere Stadt unverzichtbar“, betonte Zimmermann.

Die CDU bekenne sich klar zu Nachhaltigkeit und zur Verantwortung. Doch Nachhaltigkeit entstehe durch Überzeugung und Dialog – nicht durch Verbote und Quotenregelungen. Wenn es konkrete Probleme gebe, etwa bei der Entsorgung oder bei Verschmutzungen, müsse man pragmatisch miteinander sprechen: Veranstalter, Verwaltung und Entsorgungsbetriebe gemeinsam an einen Tisch – lösungsorientiert statt ideologisch.

Abschließend machte Zimmermann deutlich: „Politik sollte Anwalt der Menschen sein – nicht deren Erziehungsberechtigte.“ Die CDU stehe an der Seite der Ehrenamtlichen, der Vereine und der vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger in Lübeck. Bürokratische Vorgaben seien kein geeignetes Mittel, um Engagement zu fördern. Die CDU-Fraktion lehnt den Antrag daher ab und setzt stattdessen auf Vertrauen, Pragmatismus und die Konzentration auf die wirklich wichtigen Themen für Lübeck. „Lübeck braucht Politik für echte Probleme – nicht gegen ehrenamtliche Lebensfreude.“

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