
Die Stadtverwaltung hat mit externen Experten ein Konzept erarbeitet, um Abläufe zu optimieren. Das soll ab diesem Jahr umgesetzt werden. Mehrere Fraktionen kritisieren, dass die Schulen nicht gehört worden seien.
Auf das Lübecker Jugendamt kommen Veränderungen zu. Die Lübecker Stadtverwaltung will die Arbeit neu organisieren. Das Thema stand jetzt auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses.
Die Stadt hat seit Januar 2025 mithilfe externer Experten die bisherige Organisationsform überprüft. Herausgekommen ist bei dem Prozess ein Konzept mit vielen einzelnen Maßnahmen, deren Umsetzung in diesem Jahr beginnen soll.
Das Ziel der Neuorganisation ist es, die Arbeitsabläufe und die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Die verschiedenen Angebote sollen besser aufeinander abgestimmt werden.
Politiker: Ja zur Reform, aber Betroffene hören
„Das fachlich-strategische Ziel der Hansestadt Lübeck ist, dass Leistungen zur Betreuung, Begleitung und Hilfe sich sinnvoll ergänzen“, heißt es im Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung.
CDU-Jugendpolitiker Jens Zimmermann begrüßt die Reform grundsätzlich. „Effizienzsteigerung, Kostensenkungen – das sind Kernforderungen der CDU.“ Ihn stört, dass die Politik durch die Verwaltung nur informiert worden sei und nicht mitreden durfte.
Vor allem missfällt ihm aber, dass die unmittelbar Betroffenen nicht gehört worden seien. Als Beispiel nennt er die Schulsozialarbeit, die künftig unter dem Dach des Jugendamtes und nicht mehr im Bereich Schule und Sport beheimatet sein soll. Schulleiter hätten die Sorge, dass die Akzeptanz bei den Kindern und Jugendlichen leiden könnte, sagt Jens Zimmermann.
Auch aus Schulen ist zu hören, dass sie sich bei einer derartigen Organisationsveränderung eine Einbindung gewünscht hätten – zumal sie auch inhaltlich von der Reform nicht überzeugt seien. Die GAL teilte mit, dass ihre Vertreterin Juleka Schulte-Ostermann im Ausschuss berichtet hätte, dass sich mehrere Schulleitungen aus diesem Grunde kurzfristig bei ihr gemeldet hätten. Sie beantragte Rederecht für die anwesenden Betroffenen. In der Debatte sei die Kritik dann noch einmal bestätigt worden.
Die Politiker haben das Papier der Verwaltung als Zwischenbericht zur Kenntnis genommen. Sie wollen bis zur Februar-Sitzung des Jugendhilfeausschusses wissen, wie der weitere Beteiligungsprozess ablaufen soll. Die Umorganisation des Jugendamtes wird am 15. Januar auch beim Schul- und Sportausschuss auf der Tagesordnung stehen.

