
Die Geschichte der deutschen Teilung ist in Lübeck bis heute besonders sichtbar. Die unmittelbare Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze prägte über Jahrzehnte das Leben in der Stadt und ihrer Umgebung. Wo einst Grenzanlagen und Kontrollen den Alltag bestimmten, sind heute offene Wege und Verbindungen selbstverständlich. Der Tag der Deutschen Einheit erinnert daran, dass diese Entwicklung keineswegs selbstverständlich war.
Zum 36. Jahrestag der Deutschen Einheit erinnert die CDU Lübeck deshalb an die historischen Erfahrungen der Teilung und der Wiedervereinigung und verbindet sie mit dem Auftrag, Freiheit, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt auch heute zu bewahren.
Lübeck lag während der deutschen Teilung unmittelbar an der Grenze zur DDR. Mit dem Grenzübergang in Schlutup befand sich hier ein wichtiger Übergang zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Für viele Lübeckerinnen und Lübecker gehörten Grenzanlagen, Kontrollen und die sichtbare Trennung Deutschlands über Jahrzehnte zum Alltag.
Heute ist von dieser Grenze im Stadtbild vieles verschwunden. Umso wichtiger bleiben Orte, an denen ihre Geschichte nachvollziehbar und erfahrbar wird.
Dr. Hermann Junghans, MdL und Kreisvorsitzender der CDU Lübeck, erinnert: „Der Tag der Deutschen Einheit erinnert uns zunächst an den Mut der Menschen in der DDR, die 1989 friedlich für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung auf die Straße gingen. Ohne ihren Mut hätte es die Einheit nicht gegeben. Aus dieser Geschichte erwächst für uns die Verantwortung, unsere freiheitliche Demokratie zu schützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt immer wieder neu zu stärken.“
Zur Geschichte der deutschen Einheit gehört auch die politische Verantwortung der damaligen Bundesregierung und insbesondere des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl.
Kohl setzte sich nach dem Fall der Mauer mit Nachdruck für die deutsche Einheit ein und trug dazu bei, den Prozess der Wiedervereinigung in enger Abstimmung mit den internationalen Partnern Deutschlands politisch voranzubringen.
Der 3. Oktober 1990 steht damit auch für eine politische Entwicklung, die in kurzer Zeit grundlegende Veränderungen in Deutschland und Europa möglich machte. Für die CDU bleibt die deutsche Einheit eng mit ihrem politischen Selbstverständnis verbunden. Die Überwindung der deutschen Teilung und die Einbindung eines wiedervereinigten Deutschlands in ein geeintes Europa gehören zu den historischen Linien christdemokratischer Politik.
Anette Röttger, MdL und stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Lübeck, unterstreicht: „Gerade in Lübeck dürfen wir die Geschichte der Teilung nicht nur aus Geschichtsbüchern kennen. Wir haben mit Schlutup einen authentischen Ort, an dem Geschichte unmittelbar erfahrbar bleibt. Deshalb ist es richtig und wichtig, die Grenzdokumentationsstätte weiterzuentwickeln und insbesondere jungen Menschen zu vermitteln, welchen Wert Freiheit, Demokratie und ein Leben ohne Grenzen besitzen.“
Eine besondere Bedeutung misst die CDU Lübeck daher der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup bei. Der jahrzehntelange ehrenamtliche Einsatz hat dazu beigetragen, Erinnerungen und Zeugnisse der deutschen Teilung vor Ort zu bewahren. Die geplante Weiterentwicklung des Standorts zu einem zeitgemäßen Erinnerungs- und Lernort bietet aus Sicht der CDU die Chance, die Geschichte der Teilung stärker mit Fragen der Gegenwart und Zukunft zu verbinden. Dabei geht es nicht nur um die Erinnerung an einen vergangenen Grenzverlauf. Es geht auch um die persönlichen Erfahrungen der Menschen, die mit der Grenze lebten, um die Veränderungen nach 1989 und um die Frage, was die deutsche Einheit für nachfolgende Generationen bedeutet. Gerade für junge Menschen kann ein authentischer historischer Ort einen anderen Zugang zur Geschichte eröffnen als ein Schulbuch allein. Dass dieser Weg weitergegangen wird, begrüßt die CDU Lübeck ausdrücklich. Erinnerungskultur sollte sich nicht darauf beschränken, Vergangenes zu bewahren. Sie kann dazu beitragen, historische Zusammenhänge verständlich zu machen und den Wert von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und persönlicher Freiheit sichtbar zu halten.
Jens Zimmermann, Bürgerschaftsmitglied und stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Lübeck, macht dabei deutlich: „Wer heute von Lübeck nach Mecklenburg fährt, überquert eine ehemalige Grenze häufig, ohne es überhaupt noch wahrzunehmen. Für meine Generation gehören aber auch die Bilder der Teilung und schließlich die Momente der Grenzöffnung zur eigenen Erinnerung. Dass aus einer einstigen Grenze wieder selbstverständlich gewordene Verbindungen entstanden sind, zeigt, wie tiefgreifend sich unser Land und unsere Region verändert haben. Gerade deshalb müssen wir Orte wie die Grenzdokumentationsstätte in Schlutup erhalten, weiterentwickeln und für junge Menschen lebendig machen. Denn wer die Vergangenheit kennt, versteht besser, warum Freiheit und Demokratie auch heute Aufmerksamkeit und Verantwortung brauchen.“
Für die CDU Lübeck richtet sich der Blick am Tag der Deutschen Einheit deshalb bewusst auch nach vorn. Die Wiedervereinigung hat Deutschland und Europa nachhaltig verändert. Zugleich bleiben Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der inneren Verbundenheit und des Vertrauens in demokratische Institutionen aktuelle Aufgaben. Lübeck kann dabei auf eine besondere eigene Erfahrung zurückblicken. Die Stadt war während der deutschen Teilung Grenzstadt und ist heute Teil einer Region, deren Verbindungen nach Mecklenburg-Vorpommern und in den Ostseeraum wieder selbstverständlich geworden sind. Was vor wenigen Jahrzehnten durch eine Grenze erschwert oder verhindert wurde, ist heute in vielen Bereichen alltägliche Zusammenarbeit.
Der 3. Oktober ist deshalb für die CDU Lübeck ein Tag des Erinnerns und der Dankbarkeit: gegenüber den Menschen, die sich in der DDR für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben, gegenüber denjenigen, die den politischen Prozess der Wiedervereinigung gestaltet haben, und gegenüber all jenen, die das Zusammenwachsen Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten mit Leben gefüllt haben. Zugleich ist er ein Tag der Verantwortung.
Zum Tag der Deutschen Einheit wollen Junghans, Röttger und Zimmermann gemeinsam vor allem aber auch ein Zeichen setzen: „Deutsche Einheit bedeutet für uns mehr als die Erinnerung an einen historischen Glücksmoment. Sie zeigt, dass politische Grenzen nicht für immer bestehen müssen und dass Menschen Veränderungen möglich machen können, wenn Mut, Verantwortung und Zusammenhalt zusammenkommen. Lübeck hat die Zeit der Teilung und die Veränderungen nach 1989 auf besondere Weise erlebt. Deshalb haben wir eine besondere Verantwortung, diese Erfahrungen an kommende Generationen weiterzugeben. Der 3. Oktober ermutigt uns, nicht nur dankbar zurückzublicken, sondern gemeinsam daran zu arbeiten, dass Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt auch in Zukunft das Fundament unseres Landes bleiben.


